Achtelfinale Wernesgrüner Vogtlandpokal

 

1. FC Ranch Plauen – VFC Adorf 4:2 (0:2)

 

 

Aufstellung des 1. FC Ranch Plauen:

Sadzewicz – Oberst (25. Min. F. Müller/ 55. Min. Norman Hayn,)– Szyska, S. Müller, Wunderlich, Wien- Bauer/ V, Wülfert, Lorenz - Mi. Leihkamm/ V (88. Min. Benjamin Mayer), Baumbach

 

Aufstellung des VFC Adorf:

E. Schreiner, Geier, Vieweger, Puchta, Strobel, Polster/ V, Seifert (63. Min. Jäkel), Keller/ V,

Heydeck (46. Min Rudau), Gündel, Küpper/ V

 

Tore:     0:1 Küpper (30.), 0:2 Polster (36.), 1:2 Mi. Leihkamm (60.), 2:2 Wülfert (63.),

3:2 Wunderlich (80.), 4:2 Wülfert (84.)

 

SR: Zeitz (Post Plauen)

 

Rot: Gündel (Adorf, 81.), Geier (Adorf, 85., Tätlichkeit)

 

Zuschauer: 100

 

 

Ranchers schaffen kleine Pokalsensation

Durch einen letztlich verdienten 4:2 Heimerfolg über den Spielklassenhöheren VFC Adorf erreicht der 1. FC Ranch das Viertelfinale des Pokalturnieres und feierte den zweiten Sieg in Folge – ein bislang sehr erfolgreicher November für die Neundorfer. Dabei war bereits deutlich über die Hälfte der Spielzeit absolviert, ehe man durch großen Kampf und Einsatz auf die Siegerstraße einbog. Für den neutralen Zuschauer hingegen hielten beide Mannschaften das, was ein rassiges Pokalspiel verspricht: Elfmeter, Platzverweise, viele Tore und das Comeback des vermeintlichen Underdogs.

 

Ein Dreivierteljahr ist es etwa her, dass man vom Achtelfinalgegner auf eigenem Platz zweistellig abgeschossen wurde. Es handelte sich damals zwar nur um ein Vorbereitungsspiel auf die Rückrunde der letzten Saison – jedoch wusste man dadurch um die individuelle und mannschaftliche Stärke des Gegners. Ohne Erwartungs- und jeglichen Erfolgsdruck ging der 1. FC Ranch dann auch in dieses Spiel, welches sich in den ersten Minuten sehr ausgeglichen präsentierte. Der VFC verstand es zwar besser, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und für einen geordneten Spielaufbau zu sorgen, die Ranchers schafften es aber, ihre Stärke des schnellen Umschaltens nach Ballgewinn umzusetzen. So spielte der Gast in der ersten halbe Stunde zwar relativ ansehnlich bis an unseren 16-er, richtig gefährlich wurde es allerdings nicht. Anders die Ranch, die bei entsprechender Kaltschnäuzigkeit mit 1:0 in Führung gehen muss. Sascha Müller ist schneller am Ball als sein Gegenspieler, geht in den Strafraum und möchte auf Baumbach ablegen, passt den Ball aber viel zu straff am langen Pfosten ins Toraus – da war deutlich mehr drin gewesen. Die sicherstehende Defensive des 1. FC Ranch musste nach etwa 30 Minuten auf ihren Organisator und Libero Lutz Oberst verzichten, der sich bei einem Laufduell am Oberschenkel verletzte. Kevin Wülfert, der noch nachhaltig das Spielgeschehen beeinflussen sollte, übernahm die Binde, Sascha Müller spielte fortan letzter Mann und Florian Müller rückte ins Team. Dass die auf die Auswechslung von Oberst folgenden zwei Angriffe der Obervogtländer für deren zwei Tore Führung sorgen sollten, konnte niemand erahnen und stellte den Spielverlauf etwas auf den Kopf. Beim 0:1 spielte Verteidiger Szyska einen Fehlpass in der eigenen Hälfte und der dadurch entstehende Angriff wurde von Küpper gegen Wien im eigenen Strafraum abgeschlossen. Gleich danach der nächste Bock: Nils Bauer verpasste die Möglichkeit den Ball aus dem Gefahrenbereich zu schlagen und versuchte sich stattdessen an einer spielerischen Problemlösung, verlor den Ball und das Spielgerät wurde mit einem gefühlvollen Abschluss von Polster im Dreiangel untergebracht. Eine gute Gelegenheit konnte Andre Lorenz noch für seine Mannschaft verbuchen – sein Schuss mit dem eigentlich schwachen rechten Fuß verfehlte das Tor nur knapp. Der Ranch schienen die Fälle davon zu schwimmen und mit etwas Glück rettete man sich 0:2 in die Pause.

 

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit ein ähnliches Bild. Die Ranch orientierte sich eher defensiv und überließ dem Gast das Geschehen. Das dieses passive Verhalten meistens bestraft wird, bewahrheitete sich teilweise auch hier: Szyska kommt im eigenen Strafraum zu spät, trifft klar nur den Gegenspieler und Schiedsrichter Zeitz entscheidet auf Strafstoß. Gündel tritt an und scheitert am derzeit überragenden Thomas Sadzewicz – im Nachhinein betrachtet der totale Knackpunkt im Spiel. Der VFC verliert erst völlig den Faden und dann noch zwei Spieler. Michael Leihkamm sorgte für den Anschlusstreffer seines Teams und kann endlich wieder als Torschütze auf dem Spielberichtsbogen erwähnt werden. Sehenswert umkurvt er Schreiner im Tor des Gastes und schiebt souverän im langen Eck zum 1:2 ein. Das Tor gab Aufwind und veränderte die Grundeinstellung der Mannschaft: dominant traten die Neundorfer nun auf. Nach einer Ecke von Peter Baumbach dann der Ausgleich. Kevin Wülfert steht mindestens zwei Etagen höher in der Luft als seine Gegenspieler und netzt aus kurzer Distanz per Kopf ein…einfach unnachahmlich. Die Ranch bleibt bissig und Sascha Wunderlich sorgt mit dem dritten direktverwandelten Freistoß des Teams innerhalb einer Woche für die Führung. Gefühlvoll hebt er den Ball über die Mauer und trifft zum 3:2. Der Rückstand wurde gedreht aber die Ranchers hatten noch nicht genug – man wollte den Deckel unbedingt draufmachen. Kevin Wülfert sorgte für die Entscheidung durch eine Kopie seines ersten Tores. Die Gegenspieler wurden erneut zu Statisten degradiert und die „Gazelle“ beeindruckte erneut mit seinem Kopfballspiel. Wenig später pfiff Schiedsrichter Zeitz ab und der Jubel bei Anhängern und Mannschaft war aufgrund des unerwarteten Erfolges groß.

 

Sicherlich bot das Spiel noch weitaus mehr erwähnenswerte Szenen, jedoch ist eine Darstellung durch die Fülle derer nicht mehr möglich.

 

Man wird bereits am Samstag sehen, ob die Rancher den Höhenflug auch bei den Eisenbahnern fortsetzen und an die guten Vorstellungen gegen den Post SV und den VFC Adorf anknüpfen können. An Selbstvertrauen dürfte es derzeit nicht mangeln, auch wenn die Verletzung von Kapitän Oberst einen Schatten wirft und erst einmal kompensiert werden muss. Ein weiterer Dreier gegen die abstiegsbedrohte Lok ist sicherlich in Bereich des Möglichen und sollte für einen versöhnlichen Hinrunden-Abschluss eingefahren werden.